Bulimie

Bulimie (Bulimia nervosa)

Was ist Bulimie?

Bei Bulimie werden in regelrechten Fressattacken sehr große Mengen an hochkalorischen Nahrungsmitteln verschlungen. Diese Heißhungerattacken enden meist mit selbst veranlasstem Erbrechen. Die Bulimie wird auch als Ess-Brech-Sucht bezeichnet. Die Betroffenen versuchen eine Gewichtszunahme zu verhindern, indem sie die zuvor aufgenommene Nahrung wieder erbrechen.

Die "Essphasen" sind die einzigen ruhigen Momente der Ess-Brech-Süchtigen, ansonsten kreisen die Gedanken zwanghaft ums Essen. Es besteht eine ständige und extreme Angst vor einer Gewichtszunahme.
Bulimieerkrankte neigen häufig auch zu Missbrauch von Abführmitteln oder anderen Medikamenten.

Die Bulimie ist eine Form der Essstörung, die in den häufiger bei Frauen als bei Männern auftritt. Sie beginnt meist zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt ständig.

Fast immer wird versucht, die Gier nach Essen und das anschließende Erbrechen geheim zu halten. Dennoch sind sich die meisten ihrer Krankheit bewusst.
Außenstehende Personen merken oft nichts von der Krankheit, da die Betroffenen meist nur wenig oder gar nicht übergewichtig sind.

Was sind die häufigsten Ursachen? 

  • gesellschaftlich vorgegebenes Schlankheitsideal
  • die in der Kindheit erlernte Erfahrung, immer wenn es einem schlecht geht etwas zu essen
  • familiäre Probleme

Was sind die zu erwartenden Folgen?

Zu den psychischen Folgen gehören Depressionen, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl sowie akute Selbstmordgedanken. Körperliche Folgen können u.a. sein:

  • Schwellungen der Speicheldrüsen
  • Zahnschmelzschädigungen durch zu viel Magensäure im Mundraum
  • Risse in der Speiseröhre und in der Magenwand
  • Störungen im Magen-Darm-Trakt
  • Haarausfall, brüchige Nägel, trockene Haut
  • niedriger Blutdruck
  • Ödeme
  • Menstruationsstörungen
  • Störungen des Stoffwechsels
  • Herz-Rhythmus-Störungen

Wie kann eine mögliche Behandlung aussehen?

Zur Behandlung muss zunächst eine vertraute Beziehung zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten hergestellt werden. Sinnvoll ist meist eine langfristige psychotherapeutische Behandlung. Manchmal kann die Behandlung medikamentös unterstützt werden. Zudem können sowohl der Patient selbst als auch Angehörige Hilfe bei Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen finden.

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