Magersucht ist eine Form der Essstörung, der hauptsächlich psychosomatische Ursachen zu Grunde liegen. "Anorexia" kommt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie Appetitlosigkeit. Dies widerspricht jedoch dem eigentlichen Krankheitsbild, denn die Betroffenen verspüren meist einen sehr großen Hunger. Das Wort "nervosa" weißt auf die psychischen Ursachen hin.
Magersucht tritt bevorzugt in der Mittel- und Oberschicht bei Mädchen in der Pubertät auf. Magersüchtige besitzen oftmals einen hohen Intelligenzgrad.
Frauen in der Altersspanne vom 12. bis zum 25. Lebensjahr, gelten als Risikogruppe für Magersucht. Nur etwa 5% der Erkrankten sind Männer. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung tritt Magersucht relativ selten auf, allerdings seit den siebziger Jahren mit steigender Tendenz.
Fast jede Frau hat schon einmal eine Diät gemacht. Durch das in den Medien vorgegebene Schlankheitsideal, beginnen immer mehr junge Mädchen und Frauen, extremer als nur mit einer normalen Diät oder Nahrungsumstellung, auf ihr Gewicht zu achten.
Anfänglich unterscheiden sich die Verhaltensweisen der Magersüchtigen nicht von denen der Frauen, die eine Diät machen. Den Unterschied bemerkt man aber spätestens dann, wenn die Diät beendet sein sollte, da das Wunschgewicht erreicht ist.
Bei Magersüchtigen ist jedoch noch kein Ende der Hungerphase in Sicht. Sie orientieren sich an einem Wunschgewicht, das immer niedriger wird . Die körperliche Selbstwahrnehmung ist dabei extrem gestört. An Anorexie Erkrankte hungern auch dann weiter, wenn ihr Gewichtsverlust bereits gesundheitsschädliche und lebensbedrohliche Ausmaße angenommen hat. Schlimmstenfalls essen die Betroffenen gar nichts mehr.
Zusätzlich verwenden viele Magersüchtige Appetitzügler und Abführmittel. Oft magern sie auf 45 Prozent ihres Gewichts ab, viele wiegen nur noch um die 30 Kilogramm. Bei einem Body-Mass-Index von 17,5 oder weniger spricht man von Magersucht.
Viele der Magersüchtigen haben Angst davor, wieder normal zu essen, da sie denken, sie können nicht mehr aufhören zu hungern. Stattdessen betäuben sie ihr Hungergefühl, indem sie verhältnismäßig viel Wasser trinken. Sie leben oft isoliert, meiden den Kontakt nach außen und verhalten sich zunehmend depressiv.
Zusätzlich wird meist exzessiv Sport getrieben, um den Gewichtsverlust zu steigern. Das gesamte Denken reduziert sich auf Essen, Abnehmen und das ständige Hungergefühl. Nur wenn sie Hunger haben, fühlen sich die Magersüchtigen zufrieden. Haben sie etwas gegessen und es stellt sich ein Sättigungsgefühl ein, so schämen sie sich dafür.
Häufig beginnt die Magersucht kurz nach dem Einsetzen der ersten Regelblutung. Später bleibt die Periode oft ganz aus und auch der restliche natürliche Stoffwechsel wird gestört. Weitere körperliche Anzeichen sind z.B. Haarausfall, brüchige Nägel, Wachstumshemmungen, trockene Haut oder Unterzucker.
Was sind die häufigsten Ursachen?
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