Männer

Männlichkeit als Gesundheitsrisiko

Es gibt viele Fortschritte im Bereich der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die Welt steht - im Großen und Ganzen - beiden Geschlechtern so offen wie nie zuvor. Das schafft ein positives gesellschaftliches Klima und tut Frauen wie Männern gut.

Nach Jahrzehnten weiblicher Emanzipationsbestrebungen und staatlicher Frauenförderung  taucht allerdings die Frage auf, ob nun nicht auch Männer besondere Unterstützung brauchen. Zwar sind die sogenannten "Schaltstellen der Macht" nach wie vor meist mit Männern besetzt und Männer verdienen im Durchschnitt immer noch weitaus mehr als Frauen, doch das starke Geschlecht schwächelt:
Ob es nun um die Zahl der Schulversager geht, um Rechtsextremismus oder die wachsende Gewaltbereitschaft junger Menschen - es sind hauptsächlich Jungen und Männer, die auf der Strecke bleiben.

Viele der gesellschaftlichen Probleme sind typisch "männlich".

Umgang mit der Gesundheit

Für den Umgang erwachsener Männer mit der eigenen Gesundheit bedeuten die verinnerlichten Rollenerwartungen folgendes:

Ich bin umso männlicher ...

  1. ... je weniger Schlaf ich benötige.
  2. ... je mehr Schmerzen ich aushalte.
  3. ... je mehr Alkohol ich vertrage.
  4. ... je weniger ich mich darum kümmere, was ich esse.
  5. ... je schneller ich Auto fahre.
  6. ... je weniger ich jemanden um Hilfe bitte und von jemandem abhängig bin.
  7. ... je mehr ich meine Gefühle kontrolliere und unterdrücke.
  8. ... je weniger ich auf meinen Körper achte.

Konsequenzen für das Gesundheitssystem

Für das Gesundheitssystem ergeben sich daraus folgende Konsequenzen:

  • Männer gehen um circa ein Drittel weniger zum Arzt als Frauen. 
  • Männer versuchen, krankmachende Arbeits- und Lebensbedingungen "auszuhalten", statt sie zu ändern oder sich ihnen zu entziehen. 
  • Männer meiden Gesundheitsinstitutionen, um "unabhängig" zu bleiben. 
  • Es entwickeln sich männerspezifische Krankheitsbilder:
    - Dreimal so viele Männer sind alkoholabhängig,
    - achtmal so viele Männer sind drogenabhängig,
    - dreimal so viele Männer begehen Selbstmord
  • So sterben im Vergleich zu Frauen
    - zehnmal so viele Männer an HIV-lnfektionen,
    - viermal so viele an Lungenkrebs,
    - dreimal so viele an Herzinfarkt und Leberzirrhose,
    - und fünfmal so viele bei Verkehrsunfällen.

(© Sozialverband VdK Deutschland, 2000 - 2007)

Der gesundheitspolitische Umgang mit dem Problem lässt auf keine schnelle Lösung hoffen. 
Die "Schwächen des starken Geschlechts" werden nur selten thematisiert. Die männlichen Bedürfnisse kommen in der Gesundheitsvorsorge im allgemeinen zu kurz. Männer haben im Medizinsystem keinen spezifischen Arzt, der sich der Probleme annimmt, die mit dem Mannsein verknüpft sind. Die Zahl der niedergelassenen Andrologen ist im Verhältnis zu der der Gynäkologen verschwindend gering.

Kommentar
7 Kommentare
mardin,
31.12.2009, 19:16
Du hast recht, gby123: Das leigt an der Erziehung. Die Männer möchten auch
z.B. spontan sein, ihre Schwächen zeigen, etc.
leonard,
31.12.2009, 14:51
Wenn Mann Gesund bleiben möchte, sollte Mann nicht zu irgendwelchen Ärzten gehen.
hallo,
23.11.2009, 15:49
hallo ier habt reeeeschd
Marina,
07.07.2009, 23:12
Männer begehen rein instinktiv nicht den Fehler vieler Frauen, bei jedem Wehwehchen gleich zum Arzt zu gehen und sich von diesem in ein Abhängigkeitsverhältnis verwickeln zu lassen. Und auch den Frauen würde es gut tun, sich nicht ständig über mögliche Krankheiten den Kopf zu zerbrechen. Wenn man an sowas nicht denkt, trifft es auch nicht ein und man bleibt gesund.
Fazit: Zum Arzt gehen ja, aber nur unter der Voraussetzung, dass es wirklich brennt und nicht nur aus Langeweile.
Zinkone,
23.11.2008, 20:15
Danke euch Frauen,
aber leider sind wir von der Genetik her dazu gemacht worden.......(Jäger und Sammler)
Aber ihr habt alle Recht !!
anja,
19.09.2008, 13:30
hallo gaby
ich habe den ganzen beitrag gelesen und war doch erstaunt das alles auf einen punkt kommt.
mit ihre sesundheit spielen die männer ja gerne meiner geht auch nur zum doc wenn sein muss ermüsste auch öfter hingehen wegen seinen ganzen krankheiten.(herz,blutdruck,deppri,wasser,)
ach ich bruch doch meine medikamente nicht nehmen mir geht es doch gut.
leider spielt ein mann mit seiner gesundheit rum.
das ärgert mich gewaltig weil er nicht an seiner familie denkt.
ja die männer flüchten im alkohol leider.ich sehe es an meinen mann.
genauso ist mit seinen selbstmord gedanken er bekommt mittel dagegen.
ich merke das er nicht mehr sobelast bar ist wie früher .
bei uns ist zur zeit viel stress,
oder ihr beste stück kann nicht mehr wie er will.

mein mann hat gelernt auch mal zu weinen und es mimmt ihn keiner übel.

auch wenn andere nicht gerne sehen.

ein mann muss sein wie ein baum stark sein.


lg anja





gaby123,
28.08.2008, 10:54
Um es auf den Punkt zu bringen: "ein Indianer kennt keinen Schmerz." (Männer weinen nicht, sind stark bzw hart, sind allen Lebensumständen gewachsen, etc...) Ich warte auf die Emanzipation der Männer! Was sollen wir Frauen mit Männern anfangen, die sich von angepaßten Erwartungen ihr Menschsein versauen lassen, krank werden und schließlich zerbrechen an einer von Menschen gemachten Rolle? Jeder Mann hat auch weibliche, weiche Anteile, die mutig verteidigt und gelebt werden sollten. Mut zum eigenen "inneren Kind." Die Sehnsucht nach wahrem Glück ist in jedem Menschen verankert, gehen wir dem Ruf nach! Krankheit resultiert aus falschen Lebenseinstellungen.

Copyright gyn!de. 2008 - 2009