Wechseljahre

Wechseljahre beim Mann

Klimakterium virile

Kommen Männer so wie Frauen in die Wechseljahre? Gibt es tatsächlich ein Klimakterium virile? Jein!
Der Alterungsprozess, der bei Männern etwa ab dem 50. Lebensjahr einsetzt, ist nur bedingt mit der weiblichen Menopause vergleichbar.

Einerseits sind die Symptome, unter denen Männer im fortgeschrittenen Alter leiden können, den weiblichen Wechseljahrbeschwerden durchaus ähnlich:

  • sexuelle Lustlosigkeit, Orgasmusstörungen
  • Verminderung der Leistungsfähigkeit
  • Abnahme der physischen und intellektuellen Aktivität
  • Depressionen und Reizbarkeit
  • Abnahme der Muskelmasse
  • Zunahme des Fettgewebes

Andererseits sind die Wechseljahre der Frau im Gegensatz zu den Alterungssymptomen des Mannes zeitlich klar definiert. Gegen Ende der reproduktiven Phase (etwa ab dem 50. Lebensjahr) lässt die Hormonproduktion der Eierstöcke nach, die regelmäßigen Menstruationsblutungen bleiben aus und es kommt häufig zu hormonellen und physischen Beschwerden. Das weibliche Klimakterium gehört zum normalen Alterungsprozess. Die Uhr tickt und die Wechseljahre sind unausweichlich.

Die Situation für den Mann ist etwas anders. Auch seine biologische Uhr tickt. Die Produktion des Testosteron sinkt allerdings nur sehr langsam - ab dem 50. Lebensjahr um etwa 1% jährlich. Auch ältere Männer können durchaus noch einen hohen Testosteronwert haben und individuelle Schwankungen sind häufig. Altersbeschwerden bei Männern sind also nicht leicht zu diagnostizieren und zu behandeln. Begriffe wie "Klimakterium virile", "männliche Wechseljahre" oder "Andropause" sind von daher verwirrend und wenig hilfreich.

Partielles Androgen-Defizienz-Syndrom / PADAM

Die medizinisch zutreffende Bezeichnung für das Nachlassen der Geschlechtshormone und der damit einhergehenden Symptomatik lautet: Partielles Androgen-Defizienz-Syndrom beim altenden Mann. Kurz: PADAM oder auch ADAM (Androgen Deficit in the Aging Male).

Das PADAM im engeren Sinne ist weniger verbreitet als häufig angenommen. Bei nur etwa 20% der Männer über 60 liegt tatsächlich ein Testosteronmangel mit den dazugehörigen Beschwerden vor.
Symptome wie Libidoverlust, Depressionen und Abnahme der Leistungsfähigkeit können in der Mitte des Lebens viele Gründe haben. Ganz abgesehen von Hodenfunktion und Hormonproduktion: Das Alter ist nicht aufzuhalten. Wenn die berufliche Laufbahn beendet ist, so mancher Traum nicht mehr verwirklicht werden kann, die Kinder selbständig geworden sind und die Liebe nicht mehr jung und frisch ist, dann ist eine mehr oder weniger ausgeprägte Lebenskrise ganz normal.

Testosteronmangelsyndrom / Hormonersatztherapie

Wird tatsächlich ein Testosteronmangelsyndrom (TMS) diagnostiziert, stehen verschiedene Möglichkeiten der Hormonersatztherapie zur Verfügung.

  • Tabletten oder Dragees
    Vorteilhaft ist die einfache Darreichungsform. Allerdings wird das Testosteron wird im Verdauungstrakt sehr schnell resorbiert und kann seine Wirkung nicht voll entfalten
  • Intramuskuläre Spritzen
    Diese Form der Hormonsubstitution muss alle 3 Monate wiederholt werden, ist sehr wirksam und im Allgemeinen das Mittel der Wahl.
  • Gel oder transdermales Pflaster
    Einfach zu handhaben, jedoch können die Wirkstoffe in diesem Fall leicht auf die Partnerin übertragen werden
  • Subkutanes Implantat
    Der Hormonspiegel kann für ca. 5 Monate gehalten werden. Jedoch muss ein kleiner chirurgischer Eingriff mit einer lokalen Betäubung in Kauf genommen werden.

Eine Hormonbehandlung gehört in jedem Fall in fachärztliche Hände. Testosteron ist keine Lifestyle-Droge und nicht alle Alterungsprozesse sind hormonabhängig! Vor Therapiebeginn müssen eine Vergrößerung oder auch eine Tumorerkrankung der Prostata ausgeschlossen werden.

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